Einführungsvortrag zum "Tannhäuser" am 23. Juli, 19 Uhr, C1-Kino

Unter dem Titel „Ritter zwischen Sex und Sühne“ hielt Andreas Berger, Vorsitzender des Braunschweiger Wagner-Verbands und und Kulturredakteur der Braunschweiger Zeitung, am Dienstag, 23.Juli, 19 Uhr, im Braunschweiger C1-Kino einen Einführungsvortrag über Richard Wagners jahrzehntelange Beschäftigung mit seiner Oper "Tannhäuser".

Gleich zwei Sagen hat der Komponist dabei vereint: Das sündhafte Verweilen des Ritters Tannhäuser bei Frau Venus im Hörselberg und den Sängerkrieg auf der Wartburg, an dem statt Tannhäuser aber Heinrich von Ofterdingen teilgenommen hat. Wagner macht aus den beiden Außenseitern eine Figur, zerrissen, wie er, zwischen erotischer Freizügigkeit und gesellschaftlichen Anforderungen. Wagner hat die 1845 in Dresden uraufgeführte Oper für die Erstaufführung in Paris 1861 musikalisch und erotisch kühn erweitert durch das sogenannte Venusberg-Bacchanal. Am Ende bringt nicht die Pilgerfahrt Entsühnung, sondern eine göttliche Wundertat betont die längst allen Menschen versprochene Gnade. Zu spät zur Errettung des verzweifelten Tannhäuser, aber mahnende Erlösung für die Zuschauer. 

Zusätzliche Informationen